Fahrt nach Frankreich (4120 km) – 3. Teil: , Val de Loire, Burgund und Elsass

19.-20.6.22 - Camping Le Bec de Cisse, Vouvray

Nach etwas mehr als 4 Stunden Fahrt und einem kleinen Umweg zum Einkaufen im Super-U kommen wir auf dem Campingplatz Le Bec de Cisse an. Dieser Platz liegt an der Loire in dem Städtchen Vouvray und ist wunderschön angelegt. Wir bekommen den Stellplatz 29 ganz am Ende, wo wir uns sofort wohlfühlen, weil es mit der schattigste Platz ist. Das ist bei Temperaturen über 30 Grad ja nicht ganz unwichtig.

Da wir beide von der langen Fahrt müde sind, beschließen wir, kurz in den Ort zu laufen und dann den Rest des Tages auf dem Platz zu verbringen.
Ich weiß gar nicht, warum dieser Campingplatz nur 2 Sterne hat. Er ist so liebevoll angelegt, die Sanitärs sind zwar nicht ganz modern, aber total sauber. Die Toiletten sogar mit Brille und Klopapier, was in Frankreich ja durchaus selten vorkommt. Die jungen Betreiber sind sehr nett, fleißig und aufmerksam, das WLan ist kostenlos im Bereich der Rezeption. Darüber hinaus gibt es ein kostenpflichtiges Netz, das wir aber nicht benutzt haben. Es gibt zwar keinen Baguetteservice, aber zur Bäckerei ist es nicht weit.
Der Ort Vouvray hat am Sonntagabend nicht viel zu bieten. Es gibt nur ein offenes Restaurant, eine Pizzeria. Wir finden eine Tabak-Bar mit einem schönen Innenhof, natürlich auch geschlossen, aber morgen geöffnet. Dann werden wir halt wiederkommen.
Gegen 20 h gibt es ein heftiges Gewitter und wir ziehen uns in den Bus zurück. Sammy hat sehr viel Angst vor dem Donner und sucht unsere Nähe. Ich kann ihn gerade noch davon abhalten, auf mein Bett zu steigen. Er legt sich halt davor hin, und ich streichle ihn, bis er wieder zur Ruhe kommt.

Heute wird erst einmal ausgeschlafen. Nach einem schnellen Frühstück besichtigen wir das Städtchen Vouvray, diesmal ist schon mehr geöffnet. Im Office de Tourisme lasse ich mir erklären, wie man zur Bäckerei kommt und welche Einkaufsmöglichkeiten es noch gibt. Ganz in der Nähe ist auch Auchan, ein großer Supermarkt. Da wir aber bereits gestern eingekauft haben, holen wir diesmal nur ein Brot und gehen dann zu der Tabak-Bar, wo wir uns in den schattigen Innenhof setzen. Heute ist es zwar nicht so heiß wie gestern, aber immerhin 27 Grad. Im Innenhof sind fast alle Tische besetzt, wir finden aber noch einen 2er Tisch an der Mauer, wo auch Sammy bequem im Schatten liegen kann. Es gibt keine Menükarte, die Kellnerin flitzt von Tisch zu Tisch und erzählt jedem Gast, was es heute gibt. Das Menü, bestehend aus Vorspeise, Hauptspeise und Dessert, kostet 13,50€ und man hat die Wahl jeweils zwischen 3 Gerichten.
Für Thomas ist leider nichts Passendes dabei, aber ich bekomme als Vorspeise eine Avocado mit Salat, danach Rindfleischfilet mit Pommes und zum Nachtisch einen bretonischen Kuchen mit Krokant und Mandel-Vanillesauce. Ich finde, für den Preis ist das unschlagbar, und dazu schmeckt es noch sehr gut.
Den restlichen Tag verbringen wir mit Lesen auf dem Platz.
Morgen früh geht es weiter zu einem Campingplatz im Departement Yonne in Vermenton. Das sind knapp 300 km, ein guter Zwischenstopp auf dem Weg ins Elsass.

21.6.22 Camping Coullemières, Vermenton

Frühmorgens geht es los nach Vermenton, wo wir nach einem Einkaufstopp um 13h auf dem Campingplatz Coullemières eintreffen. Es gibt leider eine Schranke und die Rezeption ist zwischen 12 und 14 h geschlossen. Von einem anderen Camper erfahren wir den Zugangscode, aber da kam auch schon die Dame von der Rezeption.
Sie teilt uns mit, dass nicht mehr viele Plätze frei sind und dass sie uns einen Schattenplatz gegenüber des Sanitärgebäudes reserviert hat. Der Stellplatz ist an sich in Ordnung, nur halt laufen alle vorbei, die auf Klo oder zum Duschen müssen.
Wir richten den Platz ein und machen uns dann auf den Weg ins Dorf, das fußläufig zu erreichen ist. Das Dorf ist relativ tot, alle Geschäfte und Restaurants dicht. Nur das Café du Gare, das ganz in der Nähe des Campingplatzes liegt, hat geöffnet. Wir setzen uns dort auf die Terrasse und bestellen einen Wein und ein Eis. Thomas bekommt seinen nicht gekühlten Weißwein in einem etwas trüben Glas, ich mein Eis aus der Eismaschine. Das Ganze macht einen etwas schmuddeligen Eindruck, wir haben jeweils keine Lust, dort abends etwas essen zu gehen.

Dazu kommt es auch gar nicht erst, denn gegen 20h fängt ein heftiges Gewitter an, das auch lange anhält. In der Nacht blitzt es immer wieder und donnert so laut, so dass sich Sammy vor lauter Panik ans Ende meines Bettes verkriecht. Was wiederum bedeutet, dass wir beide kaum zum Schlafen kommen. Gegen 5h morgens hat Sammy sich wieder soweit beruhigt, dass er auf seiner Matte weiterschläft.

Bei solch einem Gewitter kann man auch schon mal Angst haben

Als um 7h der Wecker klingelt, bin ich immer noch todmüde. Aber heute ist Reisetag, und wir haben ca. 5 Stunden Fahrt vor uns in Richtung Elsass.

22.-24.6.22 - Camping Les Trois Châteaux, Eguisheim

Wieder eine lange Autofahrt, zunächst durch ziemlich eintönige Landschaften, viele Felder, alles weitläufig und kleine Dörfer, die wie Geisterstädte aussehen, verlassen und ziemlich baufällige Häuser.
Wir halten an einem kleinen Supermarkt BI1, um einzukaufen – Brot und Wurstwaren aus der Bourgogne.
Nach Dijon, wird die Landschaft interessanter und als wir endlich auf der Departementale Richtung Eguisheim fahren, sehen wir auch die ersten Weinberge.
Wir kommen gegen 15h an und beziehen gleich den uns reservierten Platz Nr. 7. Der gefällt uns zwar nicht besonders, aber immerhin ist er schattig. Der Campingplatz ist schon fast komplett belegt.
Gleich als wir unseren Platz eingerichtet haben, werden wir von einem Storch auf dem gegenüberliegenden Dach der Rezeption mit einem lauten Klappern begrüßt.
Den Nachmittag verbringen wir auf dem Platz und esse aus unseren Reserven. Die am Vormittag gekaufte Auflage – ein „Jambon Persil de Bourgogne“ (eine Art Schinkensülze) erweist sich als totaler Leckerbissen.
Abends gehen wir früh schlafen, und Gottseidank gibt es die Nacht kein Gewitter, so dass Sammy und ich auch beruhigt schlafen können.

Donnerstag – 23.6.: Morgens ziehen wir früh los in den Ort, da es auf dem Campingplatz keinen Brotservice gibt. Das Wetter ist super, es soll heute bis 30 Grad warm werden.
Den Weg kennen wir ja vom letzten Mal, es sind knapp 300m. Im Dorf ist schon mächtig Betrieb, überall stehen LKWs in den engen Straßen, um die Geschäfte zu beliefern.
Wir finden unser Café am Brunnen, das gerade erst aufmacht. Wir können uns dort auf die Terrasse setzen und erstmal frühstücken. Die Kellnerin ist sehr freundlich und sympathisch und bringt Sammy gleich eine Schüssel Wasser. Nach dem Frühstück mit Kaffee und Tartine gönnen wir uns einen Weißwein, den wir so lieben – einen Gewürztraminer.
Anschließend bummeln wir noch weiter durch den Ort und finden in der Boulangerie endlich mal ein Baguette „noir“, d.h. aus dunklem Mehl, das sehr lecker aussieht. In der Boucherie finden wir dann auch den Jambon Persil, von dem wir ein großes Stück kaufen.
Wir gehen zurück zum Campingplatz – ca. 6 Minuten bergauf – aber machbar trotz der Hitze. Dort angekommen, genießen wir das leckere Brot und die Auflage, sitzen gemütlich unter der Markise.
Abends gibt es wieder ein Wärmegewitter, das aber nicht so schlimm ist, wie das von vorgestern.

Freitag – 24.6.: Heute ist wieder schönes Wetter, aber nicht so heiß wie gestern. Gegen 10h machen wir uns auf den Weg in den Ort, um in unserem Lieblingscafé Edel zu frühstücken. Das ist wieder sehr lecker, danach noch ein Glas Gewürztraminer, dabei genießen wir das herrliche Ambiente. Eguisheim ist natürlich ein Touristenmagnet und die Tische auf der Terrasse vom Café Edel füllen sich schnell. Eine Kellnerin hängt eine Tafel mit dem Mittagsmenü auf: es soll hausgemachte Paella geben.
Das wollen wir uns nicht entgehen lassen, aber erst einmal wollen wir noch einen Rundgang durch den oberen Teil des Ortes machen. Die Fachwerkhäuser sind wunderschön, und alles ist mit Blumen verziert. Wir finden in einem Souvenirladen noch schöne Aufkleber aus dem Elsass und gehen zurück zum Brunnen und dem Café Edel. Wir hätten uns unseren Platz reservieren lassen sollen, denn jetzt ist die Terrasse komplett voll.
Wir gehen zu einem anderen Restaurant weiter oben, wo wir noch jeder ein Glas Wein trinken. Dort gefällt es uns aber nicht so gut und wir gehen zurück zum Café Edel.
Inzwischen hat es auch angefangen zu regnen, und somit konnte man an den Tischen, die nicht unter der Markise standen, nicht sitzen.
Wir stellen uns an einen Stehtisch und ich bestelle bei der netten Kellnerin noch Gewürztraminer und bitte sie, uns einen Tisch freizuhalten. Das klappt auch ganz gut. Wir bestellen erst einmal eine Paella, die schmeckt aber so gut, dass wir gleich noch eine zweite hinterher bestellen.
Anschließend kaufen wir noch Brot und Tête de Porc (eine Art Sülze) und machen uns auf den Rückweg.
Zurück auf dem Platz wollen wir erstmal Wäsche waschen. Für die Maschinen hier benötigt man keine Jetons, sondern 1€ und 50Cent-Münzen. An der Rezeption sind die Damen sehr unwillig, mir Geld zu wechseln. Ich bin zweimal dort gewesen, weil ich für den Trockner nicht ausreichend Kleingeld habe, denn erfahrungsgemäß braucht man immer 2 Durchgänge, um die Wäsche richtig trocken zu bekommen. Beim dritten Besuch in der Rezeption (mir fehlen noch 50Cent-Stücke) geht Thomas mit, und siehe da, das Geldwechseln klappt anstandslos.
Abends gehen wir mit Sammy zur Storchenstation. Es gibt dort einige Störche, die in großen Volieren gehalten werden, um sie vom Vogelzug abzuhalten. Dort entdecken wir Storchenbabys und bei den freilebenden Störchen ebenfalls. Einige Störche laufen auch frei im Park herum und kommen auch manchmal zum Campingplatz.
Danach spazieren wir noch in die Weinberge, das ist auch gleich neben dem Campingplatz. Die Trauben sind noch ganz klein, aber schon in Massen vorhanden.

Morgen verlassen wir Frankreich. Wir wollen zunächst in die Pfalz fahren, nach Sankt-Martin, das sind knapp 200 km.

25.6.22 - Camping Wappenschmiede, St.-Martin

Wir fahren immer an der deutschen Grenze entlang und fahren in Seltz kurz von der Autobahn ab, um im Super-U einzukaufen – unser letzter Einkauf in Frankreich.
Noch weitere 60 km und wir erreichen den Campingplatz Wappenschmiede in Sankt-Martin in der Pfalz. Hier wollen wir 2 Tage bleiben, den Ort erkunden und dann weiter nach Hause fahren.
Der Campingplatz hat auf den ersten Blick Stellplatzcharakter. Die Plätze sind für Wohnmobile recht knapp bemessen. Aber es gelingt uns, den Bus quer zum Weg zu stellen, so dass wir die Markise zum Wald hin aufstellen können. Genau unter uns verläuft ein kleiner Bach, wir können oben das schöne Geplätscher hören.
Der Platzwart ist ein Pfälzer Original und sehr lustig.
Thomas richtet den Platz ein und ich erkunde derweil den oberen Teil des Campingplatzes, wo die Sanitärs sind. Dort gibt es auch eine Gaststätte mit urigem Biergarten. Und schon hat der Campingplatz wieder an Charme gewonnen.

Da Wochenende ist, wird der Platz schnell recht voll. Gegen Mittag machen wir uns auf den Weg in den Ort. Unser Stellplatz-Nachbar hat uns einen Tipp gegeben, wie man am besten läuft, und wir folgen dem kleinen Fußweg am Park entlang. Es geht ständig bergab und so kommen wir schnell in der Ortsmitte an. Hier gibt es viele Restaurants, Weinstuben und natürlich auch viele Touristen. Aber der Ort ist wirklich sehr hübsch, mit vielen Blumen und gemütlichen Terrassen.
Wir setzen uns auf die an der Straße gelegenen Terrasse des Restaurants Dahlberg und bestellen uns eiskalten Gewürztraminer und einen Tomaten-Mozarella-Salat. Gut gefällt es uns hier nicht, die Bedienung ist unfreundlich und das Glas Wein (0,1 cl) kostet über 7€.

Um die Ecke liegt die Alte Weinstube Raabe, die zwar keine Außenterrasse hat, wir können Sammy aber mit hinein nehmen und finden einen schönen Platz direkt neben der offenen Eingangstür. Das ist ja fast wie draußen.
Hier finden wir endlich Gerichte nach unserem Geschmack: Gebratenen Lachs mit Tagliatelle für Thomas und Schweinebauch mit Knoblauchdip für mich.
Und der überaus leckere Gewürztraminer kostet dort nur 4,60€, und zwar 0,25cl!
Diese Weinstube ist ein Selbstbedienungsladen, d.h. man bestellt Essen und Getränke an der zentral liegenden Kasse, zahlt alles und bekommt die Getränke gleich mit. Die Gerichte werden dann am Tisch serviert. Das klappt eigentlich ganz gut und das Essen ist dermaßen lecker, dass wir beschließen, am nächsten Tag wiederzukommen.

Anschließend geht es wieder zurück zum Campingplatz, dummerweise diesmal bergauf.
Der Platzwart hatte mir zuvor geraten, im Ort einen Wein mehr zu trinken, dann würde man den Rückweg leichter schaffen. Das ist leider ein Trugschluss, denn wir kommen ganz schön japsend oben an. Aber der Ab- und Aufstieg haben sich wirklich gelohnt.
Den Rest des Abends verbringen wir auf unserem Stellplatz unter der Markise.

Ausschlafen und gemütlich frühstücken, die Sonne scheint, was will man mehr?
Da für heute 28 Grad und Gewitter ab frühen Abend angesagt sind, gehen wir etwas früher in den Ort hinunter, diesmal schnurstracks zum Restaurant Raabe. Auch diesmal essen wir dort sehr lecker, übrigens wieder am gleichen Platz an der Tür. Thomas bekommt wieder den gebratenen Lachs und ich ein Holsteiner Schnitzel. Wie auch gestern schaffe ich nur die Hälfte, die Portionen sind wirklich sehr reich bemessen.

Wir laufen noch ein wenig durch den Ort auf der Suche nach einem Bankautomaten und nach Motiven für schöne Fotos. Dann geht es zurück bergauf zum Campingplatz. Nach der Hälfte des Weges kehren wir noch im Caffé Zauber ein, das schön in einem Park liegt. Hier gibt es Kaffee und Kuchen bzw. Torte, danach geht es dann aber wirklich pappsatt zum letzten Anstieg.

Der Campingplatz ist inzwischen richtig leer geworden. Es sind zwar noch einige Gäste dazu gekommen, aber die Plätze vor unserem Bus sind jetzt alle leer.
Das für den Nachmittag erwartete Gewitter hat sich verspätet und wird erst für den späten Abend erwartet. Wir relaxen noch etwas unter unserer Markise und lauschen den Vögeln im Wald und dem Geplätscher des Baches. Das ist wirklich total idyllisch. Keine Ahnung, warum die anderen Camper ihr Wohnmobil so hingestellt haben, dass deren Markise zum Weg hinaus geht.
Später gehen wir noch in den Biergarten, in dem heute nicht so viel los ist wie gestern. Wir bestellen uns einen Wildkräuter-Salat mit Mozzarella und Parmesan-Scheiben. Ich habe schon lange keinen so leckeren Salat gegessen, es sind alle Salatsorten dabei, die man kennt : Frisee, Eichblattsalat, Lollo und Rucula.

Kuschelbären
Köstlicher Wildkräutersalat
Eingang zum Biergarten auf dem Camping
Biergarten

Dann geht es zurück zum Bus, weil wir früh schlafen wollen. Morgen ist Fahrtag – es geht wieder nach Hause, ca. 600 km.

Hallo Leute - wann geht's wieder auf Camping?? - was haltet ihr von Polen?