Sommer - Tour de France 2026 !
Loue - Drome - Salendrinque - Dordogne - Ile de Oleron - Ile de Re - Ile de Noirmoutier- - Bretagne - Cisse
4760 Kilometer
Reisen ist der schönste Weg, um Geld auszugeben und trotzdem reicher zu werden !
Samstag, 16. Mai – Sonntag 17.Mai 2026
Camping Val de Saurès, Entraygues-sur-Truyère
Gute 3 Stunden Fahrt, am Anfang etwas anstrengend, da viele Serpentinen, aber im Grunde eine wunderschöne Strecke. Wir fahren mal wieder durch Millau, was immer aufs Neue beeindruckend ist, wie auf einmal die Stadt im Tag mit dem riesigen Viadukt auftaucht.
Danach fahren wir immer am Fluss Lot entlang, eine sehr schöne Strecke. Besonders der mittelalterliche Ort Estaing hat es uns angetan mit den alten Häusern mit Spitztürmen wie kleine Märchenschlösser und der schönen Brücke über den Lot.
Kurz nach 13h kommen wir auf dem Campingplatz an. An der Rezeption ist niemand, aber es steht eine Telefonnummer an der Tür. Damit bekommen wir den Code für die Schranke und können reinfahren.
Der Platz ist parkähnlich angelegt mit vielen Bäumen und Hecken. Es ist ein Municipal-Campingplatz, der mit ACSI-Karte nur 17€ pro Nacht kostet. Was uns nicht gefällt, ist das Sanitärgebäude, das schon in die Jahre gekommen ist. Es ist sauber, aber nicht sehr einladend. Außerdem ist es darin bannig kalt. Wir haben im Moment Temperaturen unter 15 Grad.
Wir finden einen schönen Stellplatz mit Blick auf den rauschenden Fluss. Ab und zu kommt die Sonne durch, so dass wir uns sogar noch ein wenig vor den Bus setzen können.
Abends machen wir mit Milo einen Spaziergang über die kleine Fußgängerbrücke in den Ort. Der gefällt uns sehr gut, hier gibt es Restaurants, Geschäfte, Bäckereien. Das werden wir uns morgen früh noch einmal ansehen.
Am Sonntagmorgen laufen wir noch einmal in den Ort, um Brot zu kaufen. Die kleine Stadt ist wirklich sehr charmant, mit netten Restaurants und Geschäften.
Anschließend fahren wir zum kleinen Super-U hinauf, der ca. 300 m vom Campingplatz entfernt ist. Dort können wir gut parken und der Supermarkt ist übersichtlich und gut sortiert. Wir kaufen noch ein paar Karotten für eine Suppe.
Gelände:
Atmosphäre:
Sanitär:
Ruhe:
Freizeitwert:
Am Fluss:
Hund:
Preis/Leistung:
Service:
Infrastruktur:
Anfahrt:
3
2
2
3
3
3,5
2
4
2
3,5
4,5
Würden wir wiederkommen: JEIN
Sonntag 17. Mai – Dienstag, 26. Mai 2026
Camping Europe, Argentat-sur-Dordogne
Heute sind es nur knapp 100 km und 1,5 Stunden zu fahren. Gegen 11h kommen wir hier auf dem Camping Europe an. Ich hatte vorher mit dem Inhaber telefoniert und schon mal den Code für die Schranke bekommen (1981). So können wir gleich vor die Rezeption fahren.
Der erste Eindruck ist sehr gut. Ein gepflegtes Gelände, viele alte Bäume und Büsche und überall feinster Rasen.
Die Rezeption ist in einem alten Gutshaus. Dort empfangen uns zwei sehr nette Herren, die zusammen diesen Campingplatz managen. Es gibt einen Pauschalpreis von 26€ incl. Strom und Hund. Da nur wenige Camper da sind, gibt es keinen regulären Brotdienst. Aber ich kann trotzdem Brot vorbestellen, weil einer der beiden Herren jeden Tag nach Argentat fährt und uns das Brot mitbringen würde, allerdings erst gegen Mittag. Das nehmen wir gerne an. Nach einigen Irritationen (Stromkabel / Platzsuche)
finden wir einen traumhaften Stellplatz direkt an der Dordogne.
Der Ausblick ist atemberaubend. Allerdings stellt sich heraus, dass unser Stromkabel zu kurz ist. Aber die beiden Herren vom Camping helfen sofort aus und leihen uns ein zweites Kabel, das nach einigen Anschlussversuchen auch funktioniert.
Das Wetter ist suboptimal, es ist kühl und etwas regnerisch. Während Thomas den Platz einrichtet, inspiziere ich das Sanitärgebäude. Es ist schon in die Jahre gekommen, aber sehr sauber. Und das Beste: es gibt eine Dusche mit Handbrause. Das ist ja leider auf den meisten Campingplätzen Seltenheit. Die Toiletten verfügen über Toilettenpapier, leider keine Toilettenbrille. Das Wasser in den Waschbecken und im Abwaschbereich ist richtig schön warm.
Wir verbringen den restlichen Tag im Bus, weil es draußen einfach zu ungemütlich ist. Abends rutscht Thomas auf dem lehmigen Boden aus und verletzt sich am Knie, Ellenbogen und Hintern. Jetzt sind wir zwei Invaliden.
Am nächsten Mittag gehe ich zur Rezeption hoch, um unser Brot abzuholen. Die beiden Inhaber sind wirklich sowas von nett. Ich frage, ob es möglich ist, ein Taxi zu bestellen, um in Argentat einzukaufen. Darauf antwortet der Herr, der uns das Brot mitgebracht hat: „Aber nein, ein Taxi ist doch viel zu teuer. Ich fahre euch zum Einkaufen in die Stadt und bringe euch wieder zurück.“
Nachmittags erkunde ich mit Milo den Platz. Das Gelände ist riesengroß. Der ganze hintere Teil ist noch nicht gemäht, das lohnt sich in der Vorsaison wohl nicht. Die Camper, die jetzt da sind, kann man an einer Hand abzählen.
Am nächsten Tag bekommen wir wieder pünktlich unser Brot direkt zum Stellplatz gebracht. Und das Wetter wird immer besser, heute schon um die 20 Grad. Wir sitzen am Fluss und beobachten, wie zwei Kanufahrer über die Stromschnelle direkt vor unserem Platz fahren und kentern. Im ersten Kanu ist ein Mann, dahinter eine Frau mit einem großen Hund. Der Mann treibt mit seinem Kanu weiter ab, während die Frau ihr Paddel verliert und sich erst einmal ans Ufer treiben lässt. Es dauert eine ganze Zeit, bis sie es schafft, ihr Paddel wieder zu bekommen und dann mit dem Hund zusammen wieder ins Kanu zu steigen. Die tut uns richtig leid, denn das Wasser ist bestimmt saukalt und sie nur leicht bekleidet.
Einige Zeit später kommt eine Gruppe Männer, die sich am Ufer vor der Stromschnelle platzieren. Kurz danach kommt ein Kajak mit zwei Männern angerauscht und durchquert gekonnt diese Stromschnelle. Danach kommen noch weitere Boote, die aber fast alle kentern. Die Typen am Ufer fotografieren diese Manöver. Wir sitzen in der Pole Position und können das alles wunderbar beobachten.
Kaum sind die Kanuten weg, kommt ein Angler daher und wirft seine Angel an der Stromschnelle aus. Kurz danach kommen zwei Uniformierte – Polizisten – Ordnungshüter – was auch immer, und unterhalten sich mit dem Angler. Er muss seinen Ausweis zeigen und dann den Platz dort verlassen. Offenbar hat er irgendetwas nicht richtig gemacht.
Auch jede Menge Vögel können wir von unserem Platz aus beobachten. Ein Buchfink und eine Meise kommen ganz dicht an uns heran. Thomas hat schon einen Eisvogel entdeckt und hier jetzt auch noch einen Pirol.
Am nächsten Morgen steht Wäsche waschen auf dem Programm. Im Sanitärgebäude finde ich keine Waschmaschinen, deshalb frage ich einen der Inhaber, der mir lachend erklärt, dass er die Waschmaschinen versteckt hat in einer kleinen Holzhütte, weil er die Maschinen in Gang setzt, damit es nicht so viele Pannen gibt. Er heißt – wie ich später erfahren – Gabi (Kurzform von Gabriel).
Es sind keine üblichen Campingplatz-Maschinen, die die Wäsche in 30 Minuten erledigen, sondern richtige Waschmaschinen und Trockner (!). Der Waschgang dauert etwas über 1 Stunde, das Trocknen 2 Stunden. Und dann ist die Wäsche wirklich sauber und trocken.
Gabi erzählt mir, dass er und sein Bruder Roger den Campingplatz seit über 40 Jahren führen.
Nachdem die Wäsche fertig ist, gehe ich zur Rezeption hoch und bezahle bei Roger. 1x Waschmaschine kostet 4€, 1x Trockner 3€. Wirklich absolut günstig.
Mich interessiert immer, wie die Leute dazu kommen, einen Campingplatz zu eröffnen und seit wann. Roger erzählt mir, dass das schlossartige Herrenhaus seit 600 Jahren in Familienbesitz ist. In 1981 hat er mit seinem Bruder – und damals noch seiner Mutter – den Campingplatz eröffnet. Sein Bruder hatte Architektur studiert, was hilfreich war, um das Herrenhaus umzubauen. Jetzt beinhaltet es je ein Apartment für jeden Bruder.
Am Donnerstagmorgen ist Einkaufen angesagt. Da der nächste Supermarkt in Argentat zu weit entfernt ist, um dorthin zu Fuß zu laufen, nehmen wir das Wohnmobil. Also alles abmontieren, Tische und Stühle bleiben auf dem Platz.
Wir sind pünktlich um 8.30h dort, finden einen guten Parkplatz, nur Tanken können wir hier leider nicht, da es eine Höhenbegrenzung von 3,20m gibt. Das reicht für uns nicht.
Das Einkaufen gestaltet sich sehr angenehm, der Intermarché ist übersichtlich und es ist genügend Personal da, das man fragen kann. Es gibt eine ganz tolle Fischtheke mit Doraden, Lachs und Forellen.
Um 9.30h sind wir schon wieder zurück am Platz und genießen erstmal in diesem Urlaub ein schönes Frühstück mit Tick-Ei. Bisher war es morgens immer entweder regnerisch oder zu kalt oder beides.
Wir genießen unser Frühstück mit dem atemberaubenden Ausblick auf die wilde Dordogne.
Das Brot kommt heute erst um 12h30h, also machen wir dann einfach ein zweites Frühstück. Das Baguette traditionell schmeckt hier sehr gut, das normale Baguette eignet sich besser für abends.
Nachmittags setzt sich Roger zu uns auf den Platz und wir trinken ein Bier zusammen. Er bringt uns ein kleines Buch vorbei, das sie anlässlich des 40. Geburtstag des Platzes haben drucken lassen. Es ist sehr interessant und bietet viele Informationen über die Geschichte – nicht nur des Campingplatzes -, aber auch über die Region.
Er erzählt uns noch einige Geschichten, die er im Laufe des Jahres erlebt hat. Er kennt auch gut den Campingplatz Le Vaurette, auf dem wir bisher meistens waren. Die Inhaber beider Campingplätze verbindet eine langjährige Freundschaft. Im Sommer wird hier viel Kanu gefahren, die man auf dem Camping Europe ausleihen kann. Dann fährt man mit dem Kanu die Dordogne entlang bis zum Camping Le Vaurette, das sind ca. 7km. Abends fährt Gabi dann mit Anhänger zum Vaurette, um die Boote wieder abzuholen.
Man merkt es Roger an, dass ihm dieser Campingplatz viel bedeutet. Ist ja auch klar, er hat sein ganzes Leben hier verbracht und ihn mit seinem Bruder zusammen aufgebaut. Vorher war hier Landwirtschaft mit weiten Feldern.
Abschließend erzählt er uns noch, dass er über Pfingsten 3 Tage in Spanien verbringt, dass dann aber sein Bruder das Brot bringt, allerdings schon früher, da Gabi eher Frühaufsteher ist.
Abends sitzen wir noch lange vor unserem Bus, den Thomas inzwischen mit einer Lichterkette schön ausgestattet hat. Es ist zwar frisch, aber durchaus angenehm, wenn man eine Jacke anzieht.
Die nächsten Tage sollen sehr heiß werden. Temperaturen bis 33 Grad sind angesagt. Wir stehen schön im Schatten, mal sehen, wie das wird.
Am nächsten Morgen ist es recht angenehm an unserem schattigen Platz. Wir bekommen heute noch einmal das Brot von Roger gebracht, der ab morgen zu einem Konzert nach Spanien fährt.
Der Campingplatz ist jetzt vor Pfingsten immer noch relativ leer. Zwei Plätze von uns entfernt steht ein Wohnwagen aus UK, Mutter mit Tochter und einem Hund, einem Langhaardackel namens Winston. Milo und Winston verbellen sich immer gegenseitig, wenn einer anfängt, zieht der andere sofort nach.
Am Samstag nachmittag entdecken wir zwei Hermeline, die über den freien Platz neben uns laufen. Eines ist weiß mit schwarzer Schwanzspitze, der andere hellbraun. Laut Gemini sind das Jungtiere, von denen der eine noch sein Winterkleid anhat. Richtig toll, was uns die Natur hier alles bietet. Ganz abgesehen von den Vögeln, wie der Buchfink, der uns ständig besucht, um Brot zu bekommen.
Sonntag wird die Hitze so langsam unerträglich. 34 Grad sind angesagt und selbst im Schatten ist es inzwischen richtig muckelig. Da helfen nur noch kalte Fußbäder. Milo hält davon allerdings recht wenig.
Gabi bringt uns das Brot in Vertretung von Roger, das klappt ganz gut. Er meint, dass diese Hitze für Mai ungewöhnlich ist, üblicherweise ist das eher das Wetter im Juni. Das Schwimmbad wird erst im Juli und August geöffnet. Vorher lohnt sich das nicht, meint er, und macht zuviel Arbeit. Derzeit ist das Wasser recht dunkelgrün und die Frösche scheinen sich dort wohl zu fühlen.
Heute am Pfingstsonntag ist der Platz immer noch zu zwei Drittel leer. Gabi meint, auch in der Hauptsaison ist nicht mehr soviel los und es wird immer weniger.
Abends macht Thomas einen leckeren Tomatensalat. Leider sitzt er dabei total schräg am Tisch. Beim Aufstehen hat er sich dann wohl einen Nerv eingeklemmt, eine sehr schmerzhafte Angelegenheit. Aber den Tomatensalat haben wir trotzdem sehr genossen.
Gelände:
Atmosphäre:
Sanitär:
Ruhe:
Freizeitwert:
Am Fluss:
Hund:
Preis/Leistung:
Service:
Infrastruktur:
Anfahrt:
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4,5
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5
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10 !
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Würden wir wiederkommen: JA
Auch am Pfingstmontag ist es noch nicht voll. Die meisten bleiben nur 1-2 Nächte. In den Bungalows sind auch die Angler untergebracht, die wohl die ganze Saison bleiben.
Neben uns – die Mutter mit Tochter aus Nordirland – bleiben auch noch bis Freitag. Ich habe die Mutter am Sanitärgebäude getroffen und mich länger mit ihr unterhalten. Sie hat mir erzählt, dass sie schon seit 26 Jahren zusammen mit ihrem Mann und den beiden Töchtern auf diesen Campingplatz kommt. Ihr Mann ist vor 10 Wochen an Leukämie verstorben und sie ist mit einer ihrer Töchter hierher gekommen, um die Asche ihres Mannes in die Dordogne zu verstreuen. Außerdem wollte sie den Wohnwagen hier verkaufen, hat es dann aber doch nicht übers Herz gebracht. Mir kamen die Tränen, als sie mir das alles erzählte. Manchmal ist das Leben grausam.
Am Dienstag wird der Platz neben uns belegt von einem Luxemburger, der sehr gut Deutsch spricht.
Wir beschließen, am Mittwoch weiterzufahren zum Camping Port de Siorac, nicht, weil es uns hier nicht mehr gefällt, sondern weil wir ja noch an den Atlantik wollen. Daher gehe ich nachmittags zur Rezeption, um unseren Aufenthalt zu bezahlen und mich von Gabi zu verabschieden. Ich bedanke mich für die überaus freundliche Aufnahme und die Hilfsbereitschaft der beiden Inhaber.